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Arlucksi und der Todbeerbaumsaft Leseprobe


Glücksternchen
Dort, wo heute die Sonne heiß auf den Wüstensand brennt, war einst ein tiefes, großes Meer. Es war so groß, dass man das andere Ufer nicht sehen konnte, selbst wenn man so hoch wie ein Adler flog. Es war ein sehr, sehr großes Meer. Dort befand sich damals eine weite Lagune. Bei Ebbe gab es einen großen weißen Strand mit vielen Muscheln und Seesternen. Die Seesterne waren viel größer als heute. Und auch die Muscheln hatten ganz andere Farben. Krabben gab es natürlich auch.
 
Es gab noch sehr wenig von den Dingen, die wir heute kennen, nicht einmal Feuer.  
 
Und dort, wo heute Schakale wohnen, lebten vor langer Zeit Menschen. In einer Höhle, nicht weit vom Meer, lebte Arlucksi, ein kleines Mädchen mit langen strubbeligen Haaren und frechen blauen Augen. Sie lebte nicht allein dort, sondern zusammen mit ihrer Familie. Die Höhle lag gerade mal so hoch am Fuß eines Berges, dass bei Flut das Meerwasser nicht hinein schwappte. Deshalb hatte Arlucksis Vater diesen Ort zum Wohnen ausgesucht. Es war eine große, geräumige Höhle; sie war auch nicht sehr dunkel, sonst hätte sich Arlucksi sicher gefürchtet.
 
Arlucksi trug ein kleines Waschbärenfell und wurde von ihrer Familie auch Glücksternchen genannt.


Eines Tages fragte Arlucksi ihren Vater, der nicht nur ein guter Jäger, sondern auch ein guter Maler war:

 
„Papa-Steinwerfer, unsere Höhle ist so kahl. Kannst du nicht etwas Schönes auf die Wände malen?“ Und Papa-Steinwerfer murmelte in seinen Bart, der, wenn die Sonne darauf schien, besonders rot leuchtete: „Hmmhmm, mal sehen, was wir da machen können. Komm einmal mit.“
Er nahm Arlucksi an der Hand, führte sie zum Todbaumstrauch, der in dem kleinen Laubbaumwald links von der Höhle wuchs. Unterwegs kamen sie an einem großen Steinhaufen vorbei und die Steine sahen wie aufgeschichtet aus.
 
„Papa-Steinwerfer, was ist das für ein Steinhaufen?“, wollte Arlucksi wissen. Aber Papa-Steinwerfer antwortete nur: „Das ist etwas, was ich dir später einmal erzählen muss.“ Mehr sagte er nicht dazu, so sehr ihn Arlucksi auch löcherte. Und so erfuhr Arlucksi erst viel später, dass es sich dabei um ein Grab handelte.

Im kleinen Laubbaumwald wuchs auf einer Lichtung ein großer Strauch mit schwarzen saftigen, kirschgroßen Beeren: der Todbaumstrauch. Papa-Steinwerfer pflückte eine der Beeren und erklärte Arlucksi: „Diese Todbeeren dürfen wir nicht essen. Sie sind giftig. Aber sie geben eine sehr gute Farbe ab. Wir werden die Beeren mit einem Stein zerquetschen und mit dem rotbraunen Saft kann ich dann etwas an die Höhlenwand malen. Willst du mir dabei helfen?“
Arlucksi wollte gerne helfen, aber sie fürchtete sich vor dem Gift in der Todbeere. Was sollte sie nur machen? Sie wollte Papa-Steinwerfer nicht enttäuschen, aber sie hatte auch nicht den Mut, die giftigen Beeren anzufassen. Deshalb war Arlucksi sehr froh, als sie den Ruf ihrer Mutter hörte:

„Arlucksi, komm! Ich brauche dich.“

„Ich komme sofort, Mama.“

Und schon war sie fort und Papa-Steinwerfer musste die Farbe allein anrühren. Das machte er sehr geschickt. Anschließend ging er zum Meer hinunter, um sich dort die Hände zu waschen, damit das Gift von seinen Fingern verschwand. Dann nahm er die Kürbisschale voller Todbeerbaumsaft mit in die Höhle und ...

 

Kommentare:


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